Nachmittags ging es heute beim UrbanCamp mit der FreiwilligenBörse Hamburg nach Billstedt.
Nur 15min von dem Ort, wo ich aufgewachsen bin und 13 Jahre meines Lebens verbracht habe, leben 360 Menschen (wohnungslose Alleinstehende sowie Flüchtlinge vor allem aus Afghanistan und Aserbeidschan) auf der grünen Wiese am Stadtrand von Hamburg und am Rande der Gesellschaft.

Die FreiwilligenBörse Hamburg startet zur Zeit ein Angebot mit ehrenamtlichen Helfern im Pavillondorf, für das noch engagierte Hamburger gesucht werden. Zum Beispiel, um Hausaufgaben zu betreuen, Deutschkurse anzubieten, oder Bewohner zu Ämtern zu begleiten.
Zusammen mit vier weiteren UrbanCampern trafen wir im sonnendurchfluteten “Schwedendorf” ein und wussten zuerst nicht so recht, wie wir in Aktion treten können.

Die Anwohner mussten erst angesprochen werden, zu uns in den Gemeinschaftsraum zu kommen und dann sassen wir uns alle gegenüber und keiner wusste, wo wir anfangen sollten.
Schnell kamen wir dann jedoch in einem Kreis zusammen und wir stellten uns erst mal vor. Da kristallisierte sich raus, viele Anwohner wollten an den zur Verfuegung stehenden Computern arbeiten. Leider standen uns die Passwörter nicht zur Verfuegung und ich stieg mit drei Afghanen auf mein kleines Netbook mit UMTS um.
Ich fragte die Teilnehmer zunächst, was sie normalerweise am Computer machen: facebook, youtube und Spiele spielen. Danach lernte ich den iranischen Rapper Sasy Mankan kennen und suchte vergeblich (der UMTS-Empfang auf der grünen Wiese zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein liess zu wünschen übrig) nach persischen ebooks für einen Anwohner.
Beim Gehen erfuhr ich dann von einem Teilnehmer, dass er nach einer Beratung sucht, wie er sich mit 18 Jahren in Deutschland weiterbilden kann. Ein Freund von mir in Frankfurt ist Afghane und hat in Deutschland studiert – ich werde ihn fragen, ob sie nicht mal in der Muttersprache zu dem Thema telefonieren könnten, wer weiss, was sich daraus ergibt…
(Dieser Artikel wurde verfasst von Frauke Godat. Vielen Dank!)

