Letztes Wochenende fand das diesjährige BarCamp Hamburg statt. Bei einem BarCamp treffen sich Menschen, die in einer offenen Umgebung lernen und Wissen weitergeben möchten.
“BarCamps leben von ihren Teilnehmern. Es gibt keine Planung im Vorfeld und keine festen Redner. Sessions werden nach einer kurzen Einführungsrunde, bei der sich jeder kurz mit drei Stichworten vorstellt, abgestimmt. Diejenigen Teilnehmer die eine Session leiten möchten, stellen das Thema am Morgen kurz vor, per Aufzeigen wird die Zahl der Interessenten ermittelt und ein passender Raum zugewiesen. Es laufen immer so viele Sessions gleichzeitig wie Räume zur Verfügung stehen.” [Quelle: Franz Patzig/franztoo.de]
Als Sessiongeber kann man Themen vorstellen und eigenes Wissen weitergeben, aber auch Fragen in die Runde stellen und Experten zur Antwort bitten. Ich habe das BarCamp dieses Jahr dazu genutzt gezielt Antworten auf Probleme zu finden, die sich mir gerade stellen. Nachfolgend findet ihr die Doku meiner Sessions:
Session: Presse- und Medienarbeit für Neugründer
Ausgangsfrage von mir war bei dieser Session: “Als Neugründer hatte ich erwartet, dass die Presse meine Idee begeistert aufnimmt. Ist aber nicht so. Wie funktioniert Pressearbeit, wie sind eure Erfahrungen als Gründer. Sind Experten hier, die mir mehr Infos geben können?”
Erwartet hatte ich, dass in meiner Session viele andere Neugründer mit ihren Problemen kommen, aber es kam viel besser: An der Session nahmen außer mir hauptsächlich PR-Berater, Journalisten, Verlage und Magazine teil. Und dann entstand eine spannende Diskussion, die Pressearbeit aus allen Perspektiven beleuchtete:
Statements der Journalistin:
- Gute Bilder sind wichtig. Aber nicht in voller Größe im E-Mail Anhang. Aber sie sollten vorhanden sein, und darauf verwiesen werden!
- Der Kontakt soll persönlich sein, und die Info fachlich passend zu meinem Themenbereich. Wer Journalisten anspricht, sollte den richtigen Fokus setzen.
- Ich erwarte erst eine E-Mail, und danach den ersten Anruf.
- Journalisten suchen Geschichtenideen – keine fertigen Texte. Die Arbeit des Journalisten ist es zu recherchieren. Ein guter Journalist sucht sich eine Story (und freut sich über Ideen), aber erarbeitet den Text selbst.
- Kurze Infos! Innerhalb der Headline und der ersten 3 Sätze wird entschieden, ob die E-Mail relevant ist. Von 100 E-Mails werden 1-2 als relevant empfunden.
- Exklusive Infos! Fachmagazine schreiben über nichts, was schon in der Massenmedien war. Also zuerst Fachmagazine, danach große Medien, und dann erst Wochenblätter.
- Erinnern! Kein Journalist möchte zugespamt werden. Aber ab und zu an die Idee erinnert werden. Themeninteressen der Zeitschriften ändern sich. Und ein Thema das vor 3 Monaten noch nicht interessant war, kann es jetzt sein.
- Schnittchen sind wichtig! (Ratschlag der anderen Teilnehmer zu Journalisten)
Fazit: Wenige Kontakte aufbauen, pflegen und exklusive Infos geben. (Viel Zeitaufwand)
Statements der PR-Beraterin:
- Pressarbeit kostet Zeit. PR-Berater sind auf Themenbereiche fokussiert und investieren Zeit um den Kontakt zu den Journalisten zu halten. Gerade am Anfang können diese bestehenden Kontakte Neugründer voranbringen.
- Presseverteiler einrichten. Die Presseverteiler erleichtern die Ansprache mehrerer Kontakte. Bevor man einen Journalisten in den Presseverteiler aufnimmt, anfragen! (Ob er richtiger Ansprechpartner ist)
Statements vom Verlag/Magazin:
- Bitte keine furchtbaren E-Mail-Anhänge!
- Keine Presseverteiler mit CC! Es gibt Services wie Mailchimp.com mit denen man professionell Mail-Verteiler einrichten kann.
- Es interessiert der Nutzen oder die Gründergeschichte/-person. Es interessiert niemanden, dass es ein neues Produkt gibt. (Außer vielleicht Stadt-Unternehmer-Magazine, die über Unternehmen der Stadt berichten.)
- Kleine Magazine/Wochenblätter: Gerne fertige Texte, die ins Magazin direkt übernommen werden können. (Ratschlag der anderen Teilnehmer zu Magazinen)
Statements aus der Crowd:
- Denk an alternative Multiplikatoren! Im Sinne von Hometown Glory könnte es z.B. sein, wenn teilnehmende Initiativen darüber berichten/verlinken. Info-Material an Partner zur Verbreitung geben.
- Vergiss nicht die Blogger!
- Online-Presseportale werden nicht von Journalisten gelesen, aber erhöhen das Suchmaschinen-Ranking.
- Fokussieren & verteilen Es macht Sinn pro Monat eine geringe Anzahl Journalisten/Blogger anzusprechen (gezielt fokussieren, exklusive Infos, viel Aufwand), und zusätzlich aber eine fertige Geschichte als Pressemitteilung über den Presseverteiler in Masse an die kleinen Magazin zu senden (verbreiten).
Session: Neue Formate für soziale Zusammenarbeit
Ausgangsfrage von mir war bei dieser Session: “Stellt euch vor wir würden nur noch 4 Tage pro Woche arbeiten, und hätten einen Tag für Gesellschaft, Soziales und Bildung. Wie würden wir diesen Tag gestalten? Nach welchem Format? So dass wir gemeinsam auch etwas schaffen!”
Nach meiner erfolgreichen Session am Vortag hatte ich gehofft, dass StartUpWeekendler, Hackathonler und SCRUM-Master aus Erfahrungen der spontanen Zusammenarbeit erzählen. Unter meinen Teilnehmern hatte ich dann auch einen erfahrenen StartUpWeekendler, der uns viele Eindrücke und Ideen geben konnte:
…. to be continued
Weitere Dokumentationen des BarCamps:
Session: BarCamp als Unternehmensphilosphie
Session: Kanban (Prozessmanagement, verwandt mit SCRUM)
Zusammenfassung mehrerer Sessions & Slides


das sind mein notes die ich mitgeschrieben habe. danke fürs aufarbeiten =)
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