17
Jul 10

Von Märchen & Luftkunst

Donnerstag war unser großer Tag der Geschichten. Nach einer langen Spielenacht und Zeit zum Ausschlafen, ging es nach dem Mittag auf zur Spielscheune der Geschichten in Allermöhe.

Allermöhe ist der Stadtteil mit der wahrscheinlich größten kulturellen Vielfalt Hamburgs. Hier leben Menschen aus der Türkei, Afghanistan, Polen, aus den GUS-Staaten, aus Serbien & Montenegro, dem Iran, Griechenland,… Die Spielscheune ist ein wunderbarer Ort für alle Kinder, an dem Sie miteinander Spielen und Geschichten aus verschiedenen Kulturen erleben können. Und nicht nur an die verschiedenen Kulturen wird hier gedacht. Um der Einrichtung (mit vielen Kletterangeboten) die Barriere für behinderte Kindern zu nehmen, starteten Folker & Hedi das “Spielen in der Luft”.

Wir hatten uns auf den Weg gemacht, um Folker & Hedi beim “Spielen in der Luft” zu unterstützen. Wir bauten verschiedene Hänge-Gerätschaften, wie die Affenschaukel, auf – und testeten natürlich selbstverständlich auch alles ;) Aufgrund des schönen (Freibad-)Wetters waren nur wenig Kinder da, und so hatten Folker & Hedi genug Zeit, uns von ihrer bisherigen Erlebnissen zu erzählen. Wie z.B. von einer Wohngruppe mit Kindern mit Assistenzbedarf, die immer wieder am Donnerstag zu ihnen kommt. Dann kann die braune Schaukel abgehängt und ein Rollstuhl eingehängt werden. Hedi & Folker geben den Kindern nur erste Impulse, was sie machen können, und greifen dann nur helfend ein, wenn es notwendig ist. Die Kinder helfen sich gegenseitig beim Hochziehen und Schaukeln. Gerade in der Hängematte und dem “Flaschenzug” spielen dann die Kinder der Wohngruppe mit anderen Kindern zusammen.


Nach viel getobe und hoch- und abseilen, ging es weiter zur Märchenerzählerin der Spielscheune. Die Spielscheune bindet die Kulturen der Kinder in ihre Arbeit mit ein. So hörten wir ein Märchen aus dem europäischen Raum(“das vergessene Wort”) und eins aus dem orientalischen Raum(“Verblendung”). Und dann wurden unsere vielen Fragen zum Ehrenamt als Märchenerzähler beantwortet. Als Dankeschön erzählt einer unserer Teilnehmer der Märchenerzählerin das Märchen vom Glück aus Irland.

Die Spielscheune ist ein wunderschöner Ort der sich immer in Bewegung befindet und sich über eure ehrenamtliche Hilfe an vielen Stellen freut:
- Folker & Hedi würden das “Spielen in der Luft” gerne öfter anbieten, und suchen Helfer
- Bald werden neue Klettergeräte aufgebaut – und dafür werden Hobby-Handwerker gesucht!
- Auch neue Märchenerzähler werden gerne gesehen! Geeignet sind besonders Vielleser und Kulturinteressierte.

Wer Interesse hat sich zu engagieren, ruft am Besten einfach an unter
Telefon: 040 – 32 84 83 58 oder schreibt eine
E-Mail an bindernagel@spielscheune.net
mehr Infos auch auf: www.spielscheune-der-geschichten.de

Am Abend lernten wir dann die vegane Kochkunst in der Vokü der Roten Flora kennen. Es gab lecker(!) selbstgemachtes Hummus und CousCous-Salat. Und dazu ein paar nette neue Kontakte. Wer also nicht alleine zu Hause kochen möchte, kommt einfach Donnerstag abends ab 19h in die Rote Flora.


12
Jul 10

Afrika in Hamburg

Sonntag. Gestern haben wir die erste Hometown Glory Tour mit dem Thema Afrika in Hamburg begonnen. In der Hansestadt Hamburg leben viele Migranten aus Afrika. Hier gibt es mittlerweile 50 – 60 afrikanische Gemeinden, die zumeist von Migranten aus Ghana gegründet wurden.

Unser Tour starteten wir beim gemeinsamen Kochen des südafrikanischen Gerichts Bobotie mit CousCous-Salat. Nachdem festgestellt wurde, dass Spüli in der Spülmaschine nicht immer gut ist (Schaumbadparty) und beim heißen Wetter die ersten halbnackten Köche durch die Küche eilten, entspannten wir beim gemütlichen Essen im Garten. Erstes Learning für mich an diesem Tag: immer viel mehr Kochen, bei so leckeren Gerichten ;) Aufgrund der großen Nachfrage hier auch nochmal der Link zum Rezept.

Dann ging es weiter (mit den Öffentlichen oder per Rad) zum 49. Internationalen Gottesdienst der Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde. Der Gottesdienst (in deutsch & englisch) bietet viele Möglichkeiten direkten Kontakt zu anderen Menschen und Kulturen aufzubauen. So begrüßen sich tatsächlich alle Besucher der Kirche persönlich. Was bei über 100 Gästen, die wir gestern waren, etwas dauern kann. In kleinen Diskussionsgruppen wird das Thema des Tages besprochen. Dabei erfährt man schnell mehr über die anderen Gäste und ihre Geschichte. So lernte ich gestern eine Mutter kennen, deren Tochter ihren Vater erst in 1-2 Jahren in Deutschland sehen wird. Natürlich wird beim Gospelgottesdienst gemeinsam mit der Hausband und den Gospelchören gesungen und getanzt. Die entspannte Stimmung lädt auch viele Eltern ein, deren Kinder durch die Kirche tobten. Gast-Redner bringen immer neue Impulse. Wie ich beim letzten Gottesdienst erfuhr kommen mittlerweile viele Missionare aus Afrika nach Hamburg, um uns von ihren Ansichten zu erzählen. Zeiten ändern sich. Interessant ist es auch, wenn aus aktuellen sozialen Projekten der Gemeinde erzählt wird.

So hatte ich im Gottesdienst von der Besuchergruppe für Abschiebungshäftlinge erfahren. Abschiebungshäftlinge sind dringend angewiesen auf Kontakte nach außen. Oftmals wissen sie gar nicht, was ihnen vorgeworfen wird, warum sie im Gefängnis sitzen und was weiter mit ihnen geschehen wird. Eigenständig Kontakt zu Freunden, Verwandten oder Rechtsanwälten aufzunehmen wird ihnen durch die Rahmenbedingungen der Haftanstalt erheblich erschwert bzw. ist aus finanziellen Gründen oftmals nicht möglich. Einmal im Monat besucht eine ehrenamtliche Besuchergruppe, mit einer erfahrenen Begleitung, die Abschiebungshäftlinge. Mit dem Ziel Kontakt nach außen herzustellen, mit den Menschen zu sprechen und ihnen bei der Regelung ihrer Angelegenheiten zu helfen

Die Besuchergruppe ist leider kleiner geworden und es werden zusätzliche ehrenamtliche Helfer gesucht!

Mehr Informationen im Flyer und bei Frau Gisela Nuguid (Tel: 040 – 519 000 888, g.nuguid@kirche-hamburg-ost.de)

Mehr Informationen zum Gottesdienst und die nächsten Termine findet ihr unter www.stgeorg-borgfelde.de. Im August wird es dort einen Gospel-Workshop geben. Mehr dazu im Flyer.

Und wie konnte dieser afrikanische Tag anders enden, als bei dem großen WM-Fußballfinale in Südafrika in einer kleinen gemütlichen Runde. Ein schöner Tag.

Weitere Informationen:
Im Haus der Gastfreundschaft lebt eine christliche Lebensgemeinschaft gemeinsam mit Flüchtlingen www.brot-und-rosen.de