1
Nov 10

Anders essen – Veganer Brunch in Hamburg

Gestern war es soweit, ich erfreute mich am Brunch des Hamburger Veggi-Stammtisch. Morgens um 9.30 Uhr ging es für uns los mit dem Aufbau. Martina, die Organisatorin, hatte alle Hände voll zu tun und freute sich über jeden Helfer. Tische rücken. Besteck, Geschirr, Deko und den Tisch mit den Kinderbüchern aufbauen. Dann trafen langsam die ersten Leute mit ihrem Essen ein. Beim veganen Brunch bringt jeder Teilnehmer ein eigenes Gericht mit, und so entsteht jedesmal eine einzigartige Mischung.

Dabei trifft man auf Minimalisten(Obst & Gemüse pur) aber auch Gourmets (Salate, Torten, Konfekt …) und Exoten (Tamarinde, gelbe Himbeeren, und andere Dinge deren Name ich schon wieder vergessen habe). Die einzelnen Kreationen werden mit Zutaten (und farbigen Aufklebern für Zuckerfrei, Glutenfrei und Rohkost) und dem Namen des “Kochs” versehen. Da alle Teilnehmer Namensschilder tragen, werden im Laufe des Tages Rezepte getauscht und man kommt einfach ins Gespräch.

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5
Sep 10

Blütenträume beim UrbanCamp

Am Samstag morgen um 9.30 trafen wir uns im sonnigen Innenhof der Freien Kunstschule Hamburg (Friedensallee 44) zur Aktion „Blütenträume“.

Zuerst gingen wir mit Franziska Bauer, Korbinian Fischer, dem Landschaftsgärtner Philipp Baumgärtel und Jochen Abeling in die Räume der Kunstschule. Es ist ein besonderer Ort, überall Farbklekse, Statuen, Leinwände, eine inspirierende Atmosphäre. Bei mir wurden Erinnerungen an den Kunstunterricht in der Schule wach, an Freiräume, ein Ort zum Ausprobieren und Reflektieren. In der gemütlichen Küche erzählte Jochen Abeling uns ca. sieben Teilnehmern bei sehr leckerem Kaffee erst einmal ein wenig zum Hintergrund der Freien Kunstschule, die 1980 von Beuys-Schülern und anderen, die nicht in der Hamburger Kunsthochschule aufgenommen worden waren, gegründet wurde. Die Schule ist für jeden Interessierten offen.

Dann erfuhren wir von dem engagierten und enorm kenntnisreichen Philipp, mehr über die Aktion „Blütenträume“, bei der Wildblumen auf Grünflächen in Hamburg ausgesät und angepflanzt werden, was sowohl für die Natur, als auch für Tiere und für die Menschen viele Vorteile bietet. Die Stadt wird schöner, Bienen und andere Insekten bekommen mehr und vielfältigere Nahrung durch artenreiche Blumen und die Menschen sollen wieder ein stärkeres Gefühl dafür bekommen, ihre eigene Umwelt und auch den „öffentlichen Raum“ selbst gestalten und bestimmen zu können.

Mit einigen Blumenkästen mit Sonnenblumen-Setzlingen (ich entschuldige mich, falls die botanischen und sonstigen Fachbegriffe nicht ganz stimmen, ich bin eigentlich ein völliger Garten-Neuling, fand die Idee aber so schön, dass ich mitgemacht habe) und Metallschaufeln zogen wir dann zu Fuß los durch Altona, um uns ein paar der Beete anzuschauen, die die Aktion schon im Viertel angelegt hat und ein wenig nachzupflanzen. Wir erfuhren dabei von verschiedenen Bodenarten, einigen Fehlern und Problemen beim Säen und Pflanzen in der Großstadt und sahen, wie es auf den kleinen Beeten schon wuchs. Mit schmutzigen Händen und Erde unter den Fingernägeln, aber dem Kopf voller neuer Informationen und voller Freude über die vielen grünen Ecken zogen wir zu den Altonaer Terrassen (der „Aussichtsplattform“ vor dem Rathaus Altona mit Blick auf der Elbe).

Am Fuß davon, fast unter der Brücke, bot sich uns der schönste Anblick: Ein buntes Blumenbeet mit Mohnblumen, Kornblumen, Kamilleblüten und noch sehr vielen anderen, deren Namen ich als Stadtkind gar nicht kannte, wuchs da neben der Straße. Unter fachkundiger und geduldiger Anleitung von Philipp stachen wir „Unkraut“ aus und pflanzten den Rest der Sonnenblumen.

Danach gingen wir sehr befriedigt nach Hause und ich hatte zum ersten Mal ein Gefühl, als wäre die ganze Stadt unser Garten, mit dem gleichen Verantwortungsgefühl, aber auch dem Stolz, den man damit verbindet.

Die Initiative braucht immer Mithelfer und Leute, sich an Aktionen beteiligen oder Beete in ihrer Nachbarschaft pflegen möchten. Alle weiteren Informationen unter:
www.bienenstaat.net
E-Mail: post@bienenstaat.net
Facebook: http://www.facebook.com/bienenstaat
Noch mehr Infos, schöne Bilder und garantiert korrekte botanische Begriffe auf Philipps Blog: http://baumgaertel.wordpress.com/

(Dieser Artikel wurde verfasst von Maike Gosch. Fotos von Ina Müller-Schmoß. Vielen lieben Dank.)


5
Sep 10

Gewässernachbarschaftstag Raakmoorgraben beim UrbanCamp

Samstag. Eine idyllische Ecke von Hamburg. Grün, in der Nähe ein Waldkindergarten und eine Pferdekoppel. Leicht erreichbar mit U1 (25 min. vom Jungfenrstieg), Bus (1 Station), und einem kurzen Fussweg.

In Hummelsbüttel fliesst ein Bach im Raakmoorgraben, der sehr geradlinig verläuft. Das unterstützt Tiere und Pflanzen nicht gerade beim Ansiedeln. Das will der Nabu heute mit seiner Aktion verbessern.


Der Nabu ist deutschlandweit aktiv im Naturschutz und hat viele Regionalgruppen. Die Hamburger Gruppe organisiert regelmässig Renaturierungsaktionen und ist dabei sehr professionell. Eine Übersicht dazu bei hamburg.nabu.de Werkzeug, Gummistiefel, Handschuhe und ausreichend Getränke und Verpflegung sind vorhanden.

Bei der Aktion werden Strömungslenker aus Kies und Geröll gebaut. Damit das Wasser im Graben nicht nur durchrauscht – und unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten und Richtungen entstehen: ruhige Ecken und Verstecke für Kleintiere in den Zwischenräumen der Steine. Mit den Jahren siedeln sich auch Pflanzen an und breiten sich aus. Der Bach verändert sich und beherbergt wieder mehr und unterschiedliche Fauna und Flora.

Insgesamt 16 Tonnen Steine, Geröll und Kies wurden angeliefert (und mit Spenden an den Nabu finanziert). Die wurden in den Bach versenkt. Was die Helfer gemacht haben, die schon öfter dabei waren (so ein Strömungslenker soll ja nicht nach dem ersten grösseren Regen wieder weggeschwemmt werden). Aber es kann gerne jeder mal Steine werfen oder besser: platzieren. Einschulung gibts gratis dazu ;-)

Die Hauptarbeit ist aber die Steine mit Schubkarren und Eimern von den Haufen zum Bach zu bringen. Steine schleppen? Kann das schön sein? Ja.. Bewegung im Grünen ist ja nicht so unüblich (oder irren sich die tausende Jogger in den Parks?), mal wieder vom Büro weg und „richtig“ arbeiten und dann hat es auch einen guten Zweck. In der recht grossen Gruppe (30 Personen) waren die (insgesamt ca. 4Kubikmeter) Stein in weniger als 3 Stunden weggeschafft. Danach gab es noch ein gemütliches gemeinsames Entspannen und Austauschen bei Broten, Gemüse, Kaffee und Keksen. Erlebnisse austauschen, sich kennenlernen, Hintergründe erfahren.

Alles in Allem eine schöne Erfahrung, wie mit verhältnismässig wenig Aufwand (an der passenden Stelle eingesetzt) viel bewirkt werden kann.

Der Nabu sucht regelmässig Helfer, und gerne auch solche, die öfter dabei sind. Mach mit.

(Dieser Artikel wurde von Werner Stickler verfasst. Vielen Dank!)


16
Jul 10

Permakultur – lebendige Lösungen für urbanes Leben

Mittwoch. Tag vier war unser green-action Gartentag. Früh – um 10:00 Uhr ;) – ging es los.

Neben unserer Stammcrew kamen am heutigen Tag viele Besucher, die sich für das Thema Permakultur interessierten. Insgesamt waren wir bis zu 14 Personen, die über den Tag verteilt konkret im entstehenden, urbanen Permakultur-Garten Hand anlegten. Der kleine 350 qm große Garten soll aufzeigen welche Möglichkeiten es gibt sich auch in der Stadt selbst mit einem Großteil an Obst und Gemüse zu versorgen, ein Experimentierort im entstehen.

In der Permakultur geht es darum lebendige Systeme zu gestalten, in der Natur und Mensch in einem harmonischen Verhältnis und gegenseitigem Nutzen zusammenwirken. Die Permakultur bietet Gestaltungswerkzeuge vom Garten, über soziale Gemeinschaften und Ökonomie. Sie setzt sich für die ethischen Grundwerte gerechtes Teilen, Sorge für die Natur und Sorge für die Menschen ein.

In Hamburg wächst die Permakulturbewegung mit vielen Projekten, wie einem Permakulturstammtisch jeden letzten Dienstag in der Kneipe der Werkstatt drei und dem Tutenberg Institut für Umweltgestaltung e.V. (einem Mitmach-Verein mit Waldgarten und Gemeinschaftsbeeten). Viele Praxiskurse und Seminare bietet außerdem MSB.

Nach der schweißtreibenden, befriedigenden Arbeit im Garten, verwöhnte uns Anne mit einem köstlichen Nudelsalat, mit Wildkräutern & Blüten des Gartens als besonderem Clou. Im Anschluß an eine kleine Siesta mit gut gefüllten Bäuchen unter dem großen Kirschbaum, schauten wir einen kurzen Film über den Waldgartenpionier Robert Hart und seinem essbaren Waldgarten als permakulturelles Model. Dann ging es weiter mit dem Errichten eines farblich attraktiven und einladenden Tores im Garten. Es ist schön zu erleben, wie gemeinsames Gärtnern und Produktivsein in der Natur eine Gruppe einander näher bringt. Ein besonderes Vorbild waren die Bienenbehausungen im Garten, die symbolisierten wieviel gemeinsam zu realisieren ist. Hier flog es in emsiger Harmonie ein und aus

Zum Abend hatten wir eine wunderbare Einladung, hoch über den Dächern Hamburgs.
Grillen bei dem netten Team von Arktik stand auf dem Programm. In Augenhöhe zum hamburger Rathaus und Blick über die Quartiere der alten hamburger Kirchspiele, bis hin zur jungen und expandierenden Hafencity, wurden wir mit knackigem Salat und leckerem Grillgut verwöhnt und konnten uns über das zukunftsweisende Konzept der CO2 Kompensationsprojekte für Autofahrer vertraut machen:

Mit der ARKTIK Karte können Autofahrer die CO2 Emissionen ihres Autos beim Tanken mit Hilfe von Klimaschutzprojekten ausgleichen. Und zwar verbrauchsgenau, automatisch und zu 100%. Die Klimaschutzprojekten entsprechen dem, vom WWF mitentwickelten, Gold Standard.

Ein Teilnehmer unserer Tour war bereits Arktik-Mitglied und erzählte uns wie er Arktik kennengelernt hatte. Im Laufe des Abends entstanden viele weitere interessanten Gespräche. Unter anderem auch, wie sich Permakultur-Bienen auf dem Dach von Arktik machen würden.

Den runden Abschluss fanden wir in einem lustigen Spielabend und schließlich auf gemütlichen Matratzen um uns in unsere Paradiesgärten zu träumen.